Artikel: Warum wir das Öffentliche, den öffentlichen Raum und öffentliche Gebäude in Städten brauchen

Städte sind seit jeher Orte der Hoffnung auf ein besseres Leben. Heute sind sie jedoch vermehrt von Exklusivität, Separation, Segregation bis hin zur räumlichen Fragmentierung geprägt. Aus Angst vor dem Anderen und Andersartigen ziehen sich die Menschen zurück in die Privatheit und an exklusive kontrollierte Orte. Akzeptanz, gegenseitiger Respekt oder wenigstens Toleranz weichen einer Ignoranz und zunehmender Radikalität. Die Stadt ist zur Infrastruktur geworden, zum Ort des Konsums und der Dienstleistung in allen Bereichen, die Bürger*in zum passiven und instrumentalisierten Konsumenten. Und diejenigen, die sich unter dem ökonomischen Paradigma »Stadt« nicht leisten können, werden marginalisiert. In den entwerfenden räumlichen Disziplinen sehen wir den Beitrag und die Verpflichtung einerseits darin, diese  Fragmentierungen unserer Städte aufzudecken, neue transdisziplinäre Diskurse anzustoßen und ko-produktiv lokale Theorien zu entwickeln, aber gerade auch darin, räumliche Konditionen zu entwerfen, die diese Diskurse und lokalen Theorien verarbeiten und neue Angebote an die Stadtgesellschaft machen, Orte des Austauschs und der Begegnung werden, Orte für die Demokratisierung unserer Stadtgesellschaften.

 

Eine ko-produktive und inklusive Stadt nutzt ihre Vielfalt und Mischung, damit Neues in einem Miteinander entstehen kann. Im Rahmen des angewandten Forschungsprojekts »Täglich« stellen wir uns der Frage nach den räumlichen Grundlagen für Interaktion und Austausch in der Stadt und versammeln hierzu im Sinne einer Auslegeordnung Gedanken, Ideen und Konzepte zum Öffentlichen, dem öffentlichen Raum und öffentlichen Gebäuden. Wir denken an einen Ort der Interaktion, des aktiven Ko-Produzierens von Stadt und des gesellschaftlichen Diskurses. Wir entwerfen diesen als radikal öffentliches Gebäude auf gesellschaftlicher und räumlicher Ebene. Dabei geht es uns um die notwendigen räumlichen Bedingungen eines Stadtraums, die die Menschen befähigen und ermächtigen und somit ein soziales Zusammenleben ermöglichen.

Artikel

Warum wir das Öffentliche, den öffentlichen Raum und öffentliche Gebäude in Städten brauchen
Martina Baum, Markus Vogl

 

in: derive
Zeitschrift für Stadtforschung

Demokratische Räume
Christoph Laimer, Elke Rauth (Hrsg.)
No. 81
2020

Studio Urbane Strategien GmbH

Leipziger Platz 2
70197 Stuttgart

 

Prof. Dr. Martina Baum

 

Dipl.-Ing. Markus Vogl
Prof.tit. UBA,fadu

 

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Tel. 0711 31 55 03 93

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Universität Stuttgart, SuE: Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen

Walter Gropius Lehrstuhl DAAD FADU/UBA Buenos Aires