Quartiersplanung: Areal Alte Schule, Ammerbuch-Entringen / D
Geschichte des Ortes als Standort der Dorfschule weiterschreiben

Die neue Bebauung ist eine Reminiszenz an den ehemaligen Schulstandort. Der Entwurf greift die bauliche Prägung, Körnung und Rolle des Ortes für Ammerbuch-Entringen auf. Die Bebauung der Kreisbaugesellschaft Tübingen bildet in Anlehnung an den ehemaligen Schulhof einen kleinen Quartiersplatz mit dem gemeinschaftlichen Kinderspielplatz aus. Dieser ergänzt das Netz an Orten der Begegnung in Ammerbuch-Entringen, erinnert an die ehemalige Schule und auch die alte Schuluhr erhält ihren Platz am neuen Gebäude wieder.

Ortspezifische Bauweise entwickeln

In Ammerbuch-Entringen lassen sich im Bestand eine Vielzahl an Aspekten finden, die von Wert sind, um sie zu einer zeitgemäßen, aber ortstypischen Bauweise weiter zu entwickeln. Der Anspruch ist es eine Neubebauung zu ergänzen, die sich einfügt und selbstverständlicher Teil des bestehenden Ortes wird. Der Entwurf arbeitet in diesem Sinne mit den gefundenen Qualitäten und schlägt daraus seine Architektursprache vor.

Nachbarschaften ausbilden

Unterschiedlichste Menschen werden durch die angebotenen vielfältigen Wohnformen an diesem Ort leben. Die städtebauliche Setzung bietet Freiräume an, an denen sich die Bewohner treffen können. Der Quartiersplatz als zentraler Treffpunkt mit Gemeinschaftsraum und Kinderspiel sowie die gemeinsamen Wohngassen werden ergänzt durch gestaltete Schwellenräume zwischen dem Privaten und Öffentlichen. Die Raumzonierungen schaffen unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten zwischen den Bewohnern: Geplant oder zufällig, man sieht sich, begegnet sich, redet miteinander, verbringt Zeit. Es ist Raum für Austausch, Spiel und Feste. Die bereits ansässige Bevölkerung bekommt durch die Entwicklung des Geländes einen neuen einladenden Nachbarn. Dieser fügt sich in den Ort ein, vermittelt durch die kleinteilige Bebauung zum Bestand und bietet neue Angebote im Wohnen und in den Freiräumen.

Städtenbauliches Konzept & Typologien

Die städtebauliche Setzung und Körnung der bestehenden Schulbebauung wird aufgenommen, weiterentwickelt und durch eine kleinteilige Rahmenbebauung als Übergang zum Bestand ergänzt. Die Raumkanten der Geschosswohnungsbauten bilden einen Quartiersplatz aus, der die Maßstäblichkeit des alten Schulhofes aufgreift. Dieser fungiert als Treffpunkt und zentraler Kinderspielplatz. Gemeinschaftliche und öffentliche Nutzungen können optional in den benachbarten Erdgeschossen der Geschosswohnungsbauten und der Baugruppen angeboten werden und profitieren von ihrer Lagequalität. Eine sensible Einbindung in den Kontext wird durch die kleinteilige Bebauung der Reihen- und Kettenhäuser formuliert. Die Baugruppen finden ihren Platz entlang der Quartiersstraßen. Die Grundstücke dafür erlauben unterschiedliche Bebauungskonzepte und Wohnmodelle.

Verfasser
SUS
Auftraggeber
Gemeinde Ammerbuch, Kreibaugesellschaft Tübingen
Zeitraum
2019
Fläche / Bauvolumen
1,7 ha
Programm
Neubebauung des ehemaligen Schulgrundstücks mit vielfältigen Wohnformen
Verfahren
städtebaulicher Wettbewerb, Einladung

Prof. Dr. Martina Baum
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Universität Stuttgart, SuE: Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen