Quartiersplanung: Alter Schlachthof Karlsruhe / D
Ort & Programm

Der ehemalige Schlachthof wurde zu einem Ort für kulturelle Einrichtungen, Kreative und Künstler (kulturaffines Gewerbe) transformiert. Dieses Klientel sucht sich ganz bestimmte Räume und Orte und ist auf ein spezielles Klima („Milieu“) angewiesen, an das es klar definierte Anforderungen stellt. Freiheit, ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit und die Möglichkeit sich weiter entwickeln zu können sind unabdingbare Voraussetzungen. Neben diesen sind die Besonderheit des Ortes, eine klare eigenständige Identität und nicht zuletzt der Charme eines Gebietes von hoher Bedeutung.

 

Das Areal des ehemaligen Schlachthofs verfügt über eine eigene Geschichte, eine eigene Atmosphäre und eine Artikulation zur Umgebung. Es verfügt somit über eine spezifische Identität, die es zu bewahren und zu stärken gilt. Besondere Elemente hierbei sind die Mauer, der alte Gebäudebestand, die versiegelte Grundplatte und die Nutzungsoffenheit dieser Grundplatte.

Vision

Unsere Vision war es, Bedingungen zu schaffen, die den Ort und das Programm vereinen. Den Schlachthof als ein Areal zu entwickeln, das Freiheiten schafft, Atmosphäre hat und Möglichkeiten bietet – sowohl für die Nutzer als auch für die Besucher, den Schlachthof als Ensemble zu stärken und in das Stadtleben einzubinden.

 

Die Herangehensweise fußt auf den bestehenden Qualitäten und dem Kontext. Ziel war nicht die Entwicklung eines Masterplans sondern die Entwicklung einer Transformationsstrategie. Diese nimmt das Programm, die Akteure, die Kommunikation, den Charakter des Ortes und die bauliche Struktur gleichermaßen in den Blick und bedeutet auch ein Denken in möglichen Szenarien und eine Betreuung über die Zeit. Die Nutzung der vorhandenen Gebäude durch neue Programme, aber auch die Ergänzung durch neue Bausteine sind Bestandteile der Strategie. Nicht die Historisierung der alten Substanz, sondern vielmehr die Weiterentwicklung ihrer Qualitäten und die Nutzung ihrer Offenheit sind Grundlage des Konzepts. Der Ort ist dabei nicht ohne seinen Kontext zu denken. Die neue Programmierung des Ortes bedeutet dementsprechend auch eine neue Rolle dessen im Stadtgefüge, welche es zu auszuloten galt.

Prozess der Transformation

Die Konversion wurde als Prozess verstanden, der sich innerhalb eines Regelwerks vollzieht, aber offen ist für veränderte Anforderungen. Temporäre Projekte im Freiraum finden im Transformationsprozess ebenso ihren Raum, wie Zwischennutzungen in den Gebäuden. Die Nutzer des Geländes wurden von Beginn an mit einbezogen, die Entwicklung erfolgt in einem partizipativen und lernenden Prozess.

 

 

Verfasser
SUS, in Teilen Kooperation mit ASTOC
Auftraggeber
Stadt Karlsruhe, Karlsruher Fächer GmbH
Zeitraum
2006 - 2016
Fläche / Bauvolumen
8ha / ca. 56.000qm BGF
Programm
Gewerbe, Kultureinrichtungen, Dienstleistungen, Ateliers, Gastronomie
Verfahren
Werkstattverfahren / 1. Preis
Bearbeitung
Rahmenplan, Bebauungsplan, Gestaltungshandbuch, Erscheinungsbild, städtebauliche Beratung im Prozess