Quartiersplanung: Alfred-Delp-Quartier, Donauwörth / D
Das gemeinschaftlich entwickelte Alfred-Delp-Quartier

Das neue Alfred-Delp-Quartier vervollständigt programmatisch wie räumlich die Eigenständigkeit des Stadtteils und verknüpft das Alltagsleben in den drei Quartieren der Parkstadt mit der geschichtsträchtigen Altstadt Donauwörths über ein Mobilitäts- und Freiraumband mit seinen neu gestalteten Parkterrassen, dem Sternschanzenpark, Kalvarienberg und der Promenade.

 

Der Entwurf für die Transformation des Kasernengeländes in das neue Alfred-Delp-Quartier gibt der Stadt Donauwörth die Möglichkeit, Beziehungen zwischen den einzelnen Teilen der Stadt räumlich, sozial und ökologisch wieder neu zu denken und auf vielfältige Weise zu implementieren.

Der öffentliche Raum vernetzt die Stadt

Der öffentliche Raum vernetzt die Stadt Die Qualität des öffentlichen Raums spiegelt die Qualität des öffentlichen Lebens einer Stadt bzw. eines Quartiers wider. Während in der Altstadt der Gestaltung großes Augenmerk gewidmet wird, besteht der öffentliche Raum in den Wohngebieten aus einem für den Autoverkehr optimierten und determinierten Straßenraum.

 

Das neue Alfred-Delp-Quartier entwickelt seine räumliche Logik und gestalterische Angemessenheit aus der bestehenden Topographie und den raumbildenden Qualitäten des Baum- und Heckenbestands, die sich aus der naturnahen Anlage des Kasernenareal entwickelt haben und in Felder übersetzt werden. Gemeinsam mit den Parkterrassen, der Lichtung und der Begegnungszone – dem zentralen der Erschließung des Quartiers dienendem Öffentlichen Raum – wird eine neue Qualität auf dem Schellenberg implementiert.

Die Stadtteilgründung begleiten und den Stadtteil kooperativ entwickeln

Das neue Quartier gemeinsam mit der Bevölkerung zu entwickeln stärkt nicht nur die Identifi kation der künftigen BewohnerInnen mit ihrem Wohnumfeld, es steigert generell die Qualität des Planungs- und Umsetzungsprozesses. Der temporäre IDEA STORE in der ehemaligen Pforte dient als Informations- und Partizipationsstelle für den Transformationsprozess, bevor diese dann in die Alfred-Delp-Gedenkstätte umgewidmet wird.

 

Das neue Alfred-Delp-Quartier entwickelt sich dabei Schritt für Schritt, Feld für Feld. Ein begleitendes Quartiersmanagement, wie es die „soziale Stadt“ Donauwörth bereits kennt, kümmert sich um die Interessen der Einzelnen und der Gemeinschaften, evaluiert die Projekte auf den Feldern und lernt dabei für die neuen Entwicklungen im Quartier.

Gemeinschaft & Individualität

Städtebau nicht von der Stange, sondern ein Lebensraum, der von den künftigen NutzerInnen mitentwickelt wird, soll den Standard darstellen. Das Alfred-Delp-Quartier bietet Felder für Baugruppen und individuelle Stadt- oder Einfamilienhäuser. Nachbarschaften werden durch Gemeinschaftsgärten und gemeinschaftlich genutzte Zonen in den einzelnen Feldern gestärkt. Diese gegenseitige Akzeptanz an Individualität und Teilhabe an gemeinschaftlichen Räumen und Aktionen ermöglicht den Anspruch an eine soziale Inklusion.

 

Die Felder bieten Platz für unterschiedliche Typologien und somit ein weitreichendes Wohnraumangebot, um eine soziale Mischung zu fördern. Ein Vergabekonzept für die Felder soll es vielen unterschiedlichen Akteuren und Akteursgruppen ermöglichen, sich gemeinschaftlich ein neues Zuhause zu schaffen.

Verfasser
SUS, UTA, TH Landschaftsarchitektur
Auftraggeber
Stadt Donauwörth
Zeitraum
2017
Fläche / Bauvolumen
22 ha
Programm
Konversion eines ehemaligen Kasernengeländes zu einem mischgenutzten Quartier
Verfahren
Nichtoffener städtebaulicher und freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb / 2. Preis