Artikel: Stadt/Land Perspektiven

„Soziokulturelle Veränderungen, demographischer Wandel und technische Innovationen verändern nicht nur die Bedürfnisse der Gesellschaft sondern auch als Resultat die gebaute Umwelt. Die daraus entstehenden Herausforderungen und Aufgaben stellen sich unumgänglich nicht nur für den urbanen sondern auch für den ländlichen Raum grundsätzlich zur Diskussion. Auf Stadt wie Land lastet der Druck, (auch) künftig erfolgreich als Lebens- und Arbeitsorte zu bestehen, um resilient und zukunftsfähig aufgestellt zu sein.

Trotz aller Renaissance der Städte ist der ländliche Raum in den letzten Jahren wieder verstärkt ein Sehnsuchtsort geworden. Ursprünglichkeit, Ruhe, Abgeschiedenheit, einfache Lebensweise und Ortsverbundenheit werden projektiert.

Die idyllischen Werbebilder zeigten allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der gebauten Realität. Vor Ort immer die gleiche Logik: verfallende Ortskerne umrahmt von immer weiter wachsenden Einfamilienhaussiedlungen und Gewerbegebieten am Rand. Regionale Bautradition und Bauweisen lassen sich oftmals nur noch in den Kernen finden, weiterentwickelt und in die Zukunft gebracht wurden sie nicht. Eine urbanisierte Gesellschaft produziert hier hingegen ein ortsunabhängiges, generisches Lebensumfeld.“

Es gilt die Beziehung und Wechselwirkungen zwischen Stadt und Land auszuloten und Rollenmuster, Begabungen und Grenzen herauszuarbeiten. Der Städtebau und die Architektur können hierzu ihren wertvollen Beitrag leisten.

Artikel

Stadt/Land Perspektiven
Wechselbeziehungen und Überlagerungen zwischen urbanen und ruralen Räumen
Martina Baum, Sebastian Klawiter, Hanna Noller

 

in: Rurbane Landschaften
Perspektive des Ruralen in einer urbanisierten Welt
Sigrun Langner, Maria Frölich-Kulik (Hrsg.)
transcript Verlag
2018

Prof. Dr. Martina Baum
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Universität Stuttgart, SuE: Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen