Stadtquartier Jettenhauser Esch, Friedrichshafen / D

Städtebauliche Planung eines neuen Stadtquartiers

Quartier Jettenhauser Esch – Miteinander Leben. Mit der Quartiersentwicklung Jettenhauser Esch wird eine ca. 5ha große Fläche für die Siedlungsentwicklung umgewidmet und es entsteht Wohnraum für ca. 880 Personen. Das neue Quartier in den Stadtteil Jettenhausen verträglich zu integrieren, eine neue qualitätsvolle Nachbarschaft hinzuzufügen und Potenziale aus dieser Entwicklungsmaßnahme für den gesamten Stadtteil zu ziehen, muss in diesem Sinne das Angebot an die Stadtgesellschaft sein: Das Quartier Jettenhauser Esch räumlich und typologisch verankert im Stadtteil , ein Ort mit Identität und Atmosphäre , welcher die Wünsche nach Individualität und Gemeinschaft  gleichermaßen befriedigt. Dies sind die tragenden Ideen des Entwurfs. Selbstverständliche Grundlagen sind dabei ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen und Flächen sowie eine behutsame Nachverdichtung des Stadtteils mit einer angemessenen Dichte. Ebenso wird eine Nachbarschaft entwickelt, die den sozialen Querschnitt nicht nur abbildet, sondern auch Raum gibt, Mischung und Austausch zu leben.

Der Entwurf schlägt hierzu eine städtebauliche Setzung vor, die ihre Typologien (Punkt, Zeile und Flachbau) aus dem Umfeld schöpft , aber aus diesen einen gemeinschaftlichen Raum – die Wohngasse – ausbildet . Drei Wohngassen formieren sich zum neuen Quartier Jettenhauser Esch und spannen sich in Ost-West- Ausrichtung auf, eingebettet in einen großzügigen Freiraum. Durch die städtebauliche Verdichtung innerhalb der Wohngassen entsteht ein Kontrast zwischen Gassen und landschaftlichem Freiraum dazwischen. Diese Ausdifferenzierung der Freiraumqualitäten führt zu einer doppelten Stärkung: Nach Innen entstehen starke Nachbarschaften mit einer hohen sozialräumlichen Aneignungsqualität. Nach Außen entstehen großzügige, parkartige Freiräume , die mit unmittelbarer Erholungsfunktion die Wohnqualität steigern und Raum für Biotope und Retentionsflächen schaffen. Die drei Wohngassen werden in die Topografie des Hangs eingesetzt und besetzen drei unterschiedliche Höhenniveaus. In Nord-Süd-Richtung durchzieht eine öffentliche Wegeverbindung mit Platzaufweitungen die Wohngassen, vermittelt zwischen den Höhenniveaus und verbindet das neue Quartier mit dem Kontext.

Verfasser: STUDIO . URBANE STRATEGIEN, UTA ARCHITEKTEN UND STADTPLANER, grünewelle Landschaftsarchitektur
Team S.US: Martina Baum, Christiane Kolb, Philip von Rüdiger
Auftraggeber: Siedlungswerk GmbH
Zeitraum: 2017
Fläche / Bauvolumen: 5 ha Realisierungsteil, ca. 7 ha Ideenteil
Programm: Konzeption und Freiraumplanung eines neuen Stadtquartiers
Bearbeitung: nichtoffener städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb / 3. Preis