Rahmenplan Dynamisches Band, Karlsruhe / D

Städtebauliches Konzept “Dynamisches Band Karlsruhe”

Das Konzept des Dynamischen Bandes findet seinen Ursprung schon in der Zeit vor dem Räumlichen Leitbild: Bei der 2012 durchgeführten Planungswerkstatt zum Rahmenplan Durlacher Allee wurden Teile der Konzeption unseres Beitrags aus der gesamtstädtischen Vorstellung eines „Produktiven Gürtels“ um den südlichen Stadtkörper abgeleitet. Auch die der Leitbildentwurf unseres Teams definierte 2014 diesen Raum als südliche Hälfte einer Karlsruher „Stadt der Produktiven Welten“. Der Leitbildentwurf 2016 definierte das „Dynamische Band“ schließlich sogar als eine der sieben Stoßrichtungen.

Für die Bearbeitung stellten sich folgende Frage: Wie kann das Dynamische Band so entwickelt werden, dass es der gesamtstädtische Entwicklung im Sinne der sieben identifizierten Stoßrichtungen am besten dient? Hierzu werden aus den Stoßrichtungen konkrete Ziele für das Untersuchungsgebiet abgeleitet und für das weitere Vorgehen festgeschrieben. Insbesondere ergeben sich diese Ziele in den vier Handlungsfeldern Stadtraum, Nutzung, Grün und Mobilität. Deutlich wird aber auch, dass es sich oftmals um Querschnittsthemen handelt, die wichtige Zusammenhänge verdeutlichen.

Wie aber kann ein solcher „Städtebaulicher Rahmenplan“ für einen so großen, sehr differenzierten und komplexen Stadtraum überhaupt aussehen? Ein Raum, der mit vielen bestehenden Nutzungen belegt ist, die in den kommenden Jahren ihren Standort voraussichtlich nicht aufgeben werden, in dem zudem Flächenverfügbarkeiten und weitere Rahmenbedingungen häufig gar nicht feststehen, in dem eventuell gar kein bekanntes Zielbild entworfen werden kann.

Es ist entsprechend kein „klassischer“ Rahmenplan, sondern ein strategisches Instrument mit Ansätzen, Leitlinien und Entwicklungsprinzipien, das zwar gewisse „klassische“ Inhalte wie Baufelder, Grünflächen usw. enthält, aber auch strategische Elemente, die Entwicklungsrichtungen weisen, aber interpretationsbedürftig bleiben. Ein Instrument, das nicht parzellenscharf und nicht „fertig“ im üblichen Sinn gezeichnet ist, sondern ein „Instrument zur Auseinandersetzung“.

In dieser Studie wurde hierzu eine eigene grafische Sprache entwickelt, die sich auf die Betrachtung der Eigenarten, der strukturellen, funktionalen und identitätsstiftenden Leistungsfähigkeit und der inneren Logik und zukünftigen Wirkmechanismen der Teilräume bezieht, und die stets auf die Erkennbarkeit des „Vorher-Nachher“ ausgerichtet ist.

Team: berchtoldkrass space&options, UC studio, STUDIO . URBANE STRATEGIEN
Auftraggeber: Stadt Karlsruhe
Zeitraum: 2015 – 2016
Bearbeitung: Rahmenplanung