Nachverdichtung Rintheimer Feld, Rintheim / D

Städtebauliche Neuordnung und Nachverdichtung einer Nachkriegssiedlung

Für die gestellte Aufgabe der Qualifizierung und Nachverdichtung des Rintheimer Felds gerät ein besonderes Siedlungsbaumodell in den Fokus: die gegliederte und aufgelockerte Baustruktur . Heute zwar oftmals wenig geschätzt möchten wir uns auf die Suche machen nach den spezifischen Qualitäten dieses Typus. Ziel des Entwurfs ist es, die Qualitäten des Rintheimer Felds weiterzuentwickeln und beispielgebend zu sein für den Umgang mit diesem Siedlungstypus. Grundlegendes und prägendes Element ist die Wiese  auf der alle Gebäude stehen. Gedacht als Freiraum für alle wird sie heute oftmals als Abstandsgrün fehlinterpretiert und meist von den Bewohnern nur wenig genutzt. Aus unserer Sicht bietet die Wiese hingegen ein enormes Potenzial, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen.

Das Rintheimer Feld scheint wie eine Insel im Stadtgefüge ohne sicht- und wirksame Verknüpfungen zur Umgebung. Wir möchten mit unserem Entwurf zum einen die Kraft der ablesbaren Siedlung stärken und zum anderen die Funktionsintensität an den Rändern ausbauen um den Kontakt zur Umgebung anzustoßen. Dem Bild der Insel folgend beschreiben wir diese Bereiche am Rand als „Häfen“. In Kombination mit den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und entsprechend schon angestoßener Entwicklungen im Süden können an diesen Stellen Orte mit höherer Zentralität entstehen und Nutzungen ihr Publikum finden, die für die Siedlung und auch den Kontext dienlich sind.

Die Bebauung folgt der Logik einer gegliederten und aufgelockerten Baustruktur mit den Typologien des Punktes, der Zeile und dem Sonderbaustein. Diese stehen auf einer grünen Grundplatte, die allen Bewohnern zugänglich ist und zur Verfügung steht. Die neuen Gebäude fügen sich ganz selbstverständlich dieser Logik, ergänzen somit die städtebauliche Struktur und verstärken die Ablesbarkeit der Siedlung.

Wir schlagen vor die Wiesenflächen in ihrer Grundanlage zu bewahren und zukünftig entsprechend der Bedürfnisse zu kuratieren. Je nach Höhe des Grases und der gewählten Saatenmischung können Spielflächen, Blumenwiesen unterschiedlichster Wirkung und auch neue Wege entstehen. So definieren sich Bereiche mit intensiverer und geringer Nutzungsintensität. Mehrjährige heimische Wildblumenmischungen, angelehnt an gerüstbildende Wildstaudenpflanzungen strukturieren die Wiesenlandschaft zusätzlich und leisten einen Beitrag zur Artenvielfalt von Flora und Fauna.

Verfasser: STUDIO . URBANE STRATEGIEN, UTA ARCHITEKTEN UND STADTPLANER
Team S.US: Martina Baum, Christiane Kolb
Auftraggeber: Volkswohnung
Zeitraum: 2016
Fläche / Bauvolumen:
Programm: Nachverdichtung und Freiraumplanung
Bearbeitung: Mehrfachbeauftragung / Teilnahme